Donnerstag, 23. November 2017

Was bieten wir an?

Diagnostik

Wenn sich Eltern mit ihrem entwicklungsauffälligen Kind - i. d. R. auf fachärztliche Empfehlung hin - an uns wenden, erfolgt im Rahmen der Eingangsdiagnostik und -beratung eine ausführliche Abklärung des Förderbedarfs in unserem Hause. Dabei wird die Entwicklungsproblematik des Kindes / Jugendlichen konkretisiert und geklärt, welche individuellen Förderziele im Vordergrund einer Therapie stehen sollten.  

Falls bei einem Kind der Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung geäußert und eine Differentialdiagnostik im WIE empfohlen wurde, bieten wir eine umfassende Autismusabklärung an.

Die Eingangsdiagnostik wird von Diplom-Psychologinnen / Diplom-Pädagoginnen / Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen  durchgeführt, die über langjährige Erfahrungen im Autismusbereich und in der Diagnostik von Entwicklungsproblemen verfügen. Folgende Verfahren werden dabei eingesetzt:

 

  • Anamnesegespräch mit den Eltern
  • ggf. standardisiertes Elterninterview (ADI-R)
  • Standardisierte Verhaltensbeobachtung des Kindes / Jugendlichen (ADOS)
  • Verhaltensbeobachtung des Kindes / Jugendlichen in unterschiedlichen Settings und / oder Austausch mit den betreuenden Einrichtungen (Kindertagesstätten/ Schulen etc.)
  • testpsychologische Untersuchungen
  • Außerdem werden Elternfragebögen ausgewertet und fachärztliche Untersuchungsberichte hinzugezogen.

Die Ergebnisse der Eingangsdiagnostik werden in einem Auswertungs- und Beratungsgespräch mit den Eltern besprochen.  

Wenn ein Kind/Jugendlicher eine Therapie im WIE erhält, werden seine Entwicklungsfortschritte über eine begleitende Verlaufsdiagnostik kontinuierlich überprüft. Dazu gehören:

 

  • Verhaltensbeobachtungen zur Therapieplanung
  • testpsychologische Untersuchungen

 

Beratung von Familien

Beratung von Familien und weiteren Bezugspersonen
(Autismusspezifische Umfeldberatung)

Familien mit einem Kind mit einer Autismus-Spektrum-Störung sind häufig großen emotionalen, psychischen und sozialen Belastungen ausgesetzt. Deshalb ist die individuelle Beratung der Bezugspersonen ein wichtiger Bestandteil jeder therapeutischen Maßnahme im WIE. Die Beratung umfasst die Zusammenarbeit mit den Eltern und professionellen Bezugspersonen (in Kindertagesstätte, Schule, Werkstatt, Wohneinrichtung). In den Beratungsgesprächen geht es vor allem darum:

  • Verständnis für das Störungsbild zu wecken
  • eine positive Beziehungsgestaltung im familiären und schulischen Umfeld zu fördern
  • Bezugspersonen in der autismusspezifischen Förderung des Kindes anzuleiten
  • Erziehungsberatung und Krisenintervention anzubieten
  • den Ablösungsprozess der Klientin  / des Klienten anzubahnen und zu begleiten
  • die Familien über weitere Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten zu informieren sowie
  • weitere Fördermöglichkeiten aufzuzeigen.

 

Therapie

Die therapeutischen Angebote im WIE finden i.d.R. in Form von Einzeltherapien statt. Im Verlauf einer therapeutischen Maßnahme kann die Einzelförderung auch durch ein gruppentherapeutisches Angebot ergänzt oder ersetzt werden.

Wir verstehen unser Angebot als intensive therapeutische Begleitung des Kindes/Jugendlichen auf seinem Entwicklungsweg. Dies bedeutet, dass die Förderangebote individuell auf den Entwicklungsstand, die Interessen, Stärken und Schwächen des jeweiligen Kindes/Jugendlichen ausgerichtet werden. Ziel ist es, ihre Handlungsspielräume und Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern, ihre größtmögliche Selbstständigkeit und soziale Integration zu erreichen sowie zu ihrer Lebenszufriedenheit beizutragen.

Allen therapeutischen Angeboten liegt ein integratives therapeutisches Konzept zugrunde, bei dem unterschiedliche Therapieverfahren kombiniert werden. Folgende therapeutische Ansätze werden dabei u.a. genutzt:    

  1. Kontakt-, beziehungs-und emotionsorientierte Verfahren
    z.B.  Aufmerksamkeits-Interaktionstherapie (AIT)
    z.B.  Klientenzentrierte Spieltherapie
    z.B. Theory of Mind-Trainings    
           (z.B. Teaching children with autism to mind-read, Frankfurter Test
           und Training des Erkennens von fazialem Affekt - FEFA)
    z.B. Erarbeiten von  “Social Stories”
    z.B. Musiktherapeutische Elemente

  2. Kommunikationsorientierte Verfahren
    z.B. Unterstützte Kommunikation (u.a. Picture Exchange Communication
    System - PECS / Gebärdenunterstützte Kommunikation nach dem GuK-System)
    z.B. Kommunikationstrainings
    z.B. Rollenspiele

  3. Verhaltenstherapeutische Verfahren
    z.B. Verhaltenstrainings zum Erwerb bestimmter Fertigkeiten und
            Kompetenzen
    z.B. Soziale Kompetenztrainings (z.B. SOKO Autismus)
    z.B. Treatment and Education oft Autistic and related Communication
            handicapped Children (TEACCH-Programm)
    z.B. Elemente aus dem „Applied Behavior Analysis“-Ansatz (ABA)

  4. Heilpädagogische und körperorientierte Verfahren
    z.B. Sensorische Integrationsbehandlung (SI)
    z.B. Entspannungsverfahren
    z.B. Spürerfahrung nach F. Affolter
    z.B. Psychomotorik
    z.B. Entwicklungsförderung mit didaktischen Materialien


Neben der therapeutischen Arbeit mit dem Kind/Jugendlichen sind die Beratung und Vernetzung der Bezugssysteme des Klienten zentraler Bestandteil der therapeutischen Arbeit. Dabei werden u.a. Methoden aus der pädagogischen Erziehungsberatung und der systemischen Beratung genutzt.

Für die therapeutische Arbeit mit einer Klientin/ einem Klienten und die Beratung des Umfeldes (Familie, Kindergarten, Schule) ist jeweils eine pädagogisch-therapeutische Fachkraft zuständig, die wiederum von einer Mitarbeiterin des Fallbegleitungsteams (Dipl.-Psychologin und/oder Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeutin) unterstützt und supervidiert wird.  

Informationsblatt für Eltern zu Therapien im WIE (PDF-Datei)files/wie_Daten/background/pdf_logo.gif

Freizeitpädagogische Angebote

Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung haben trotz ihrer eingeschränkten sozialen Fähigkeiten den Wunsch, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und ihre Freizeit gemeinsam mit anderen Personen zu gestalten.

Das WIE bietet deshalb Freizeitgruppen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an, in denen sie die Möglichkeit haben, Gleichaltrige zu treffen und mit ihnen Freizeitaktivitäten zu unternehmen.

In den Schulferien wird im WIE eine Ferienbetreuung für  Kinder und Jugendliche, die eine Therapie im WIE erhalten, angeboten.


Diese finden statt in Form von:


  • ganztägigen Gruppenaktivitäten
  • stundenweiser Einzelbetreuung.

 

Beratung und Fallsupervision für Einrichtungen

Das WIE bietet Einrichtungen, in denen Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung betreut werden (Frühförderstellen, Kindertagesstätten, Schulen, Werkstätten, Wohnheimen etc.), Beratung, Hospitation und Fallsupervision an.

Ziel dieses Angebotes ist es,


  • über die Problematik der Betroffenen zu informieren, Verständnis für ihre Besonderheiten zu wecken und individuelle Erklärungshypothesen für die Verhaltensschwierigkeiten zu entwickeln
  • nach Lösungen im Umgang mit Verhaltensschwierigkeiten einzelner KlientInnen zu suchen und
  • das zeitliche, soziale und räumliche Umfeld in der Einrichtung so zu gestalten, dass dem Entstehen von Verhaltensschwierigkeiten entgegen gewirkt wird.


Informations- und Fortbildungsveranstaltungen

Auf Anfrage bieten wir Institutionen wie Wohneinrichtungen, Werkstätten, Schulen, Kindertagesstätten, Arbeitskreisen, Ärztezirkeln, Behörden etc. Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen unseres Arbeitsfeldes an.

Häufige Themen dieser Veranstaltungen sind u.a.

  • Einführung in das Störungsbild „Autismus-Spektrum-Störung“ (Erscheinungsbild, Ursachen)
  • Früherkennung von Autismus-Spektrum-Störungen
  • Therapeutische Ansätze in der Arbeit mit Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung
  • Menschen mit Autismus verstehen lernen
  • Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen


Die Themen, der zeitliche Umfang der Veranstaltungen und das didaktische Vorgehen werden mit der jeweiligen Institution abgestimmt.